DER SUCKER-EFFEKT - WARUM IN SCHLECHTEN TEAMS DIE HIGH PERFORMER DIE TROTTEL SIND

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Bild: Erstellt von David Breuer Erfolgsupdates mit KI-gestützter Bildgenerierung von Neuroflash

 

Autor: David Breuer

Mental-Experte & Leadership Coach



Letztes Update: 12.03.2025

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Der Sucker-Effekt beschreibt, dass engagierte Teammitglieder ihre Leistung reduzieren, wenn sie das Gefühl haben, von weniger einsatzbereiten Kollegen ausgenutzt zu werden.

  • Er entsteht durch wahrgenommene Ungerechtigkeit, fehlende Anerkennung, unklare Verantwortlichkeiten und mangelnde Kommunikation im Team.

  • Die Folgen sind sinkende Motivation, Produktivitätseinbußen, höhere Fehlerquoten und eine schwächere Teamdynamik.

  • Eine klare Rollenverteilung, transparente Kommunikation, Stärkung des Teamzusammenhalts und gezielte Anerkennung der Leistungen jedes Einzelnen helfen, den Sucker-Effekt zu vermeiden.


In jedem Team gibt es Menschen, die sich ins Zeug legen, Verantwortung übernehmen und außergewöhnliche Leistungen erbringen. Sie sind die High Performer. Doch was passiert, wenn sich diese engagierten Teammitglieder ausgenutzt fühlen, weil andere sich auf ihren Lorbeeren ausruhen? Der „Sucker-Effekt“ tritt auf – ein psychologisches Phänomen, das in vielen Gruppen und Organisationen die Leistung der engagierten Mitglieder stark reduziert. In diesem Artikel beleuchten wir, warum der negative Teameffekt „Sucker-Effekt“ entsteht und wie Führungskräfte sowie Teams ihn verhindern können.

 

Denn:

 

„Je mehr dieser negativen Teameffekte, desto erfolgloser das Team.“

(Aus Sachbuch „Auf Erfolg programmiert von David Breuer“)

WAS IST DER SUCKER-EFFEKT?

Der Sucker-Effekt beschreibt die Situation, in der leistungsstarke Teammitglieder ihre Anstrengungen verringern, weil sie das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden. Dies passiert vor allem dann, wenn sie sehen, dass andere Teammitglieder wenig zur Arbeit oder zum Erfolg des Teams beitragen. In meinem Buch Auf Erfolg programmiert beschreibe ich es so: 

 

Der Sucker-Effekt beschreibt folgendes Phänomen: Beobachtet ein Gruppenmitglied das Trittbrettfahren anderer Gruppenmitglieder, kann es sein, dass es seine Leistung zurückfährt. Diese Reaktion lässt sich als Protest dagegen deuten, von anderen, die sehr wohl zu einem Beitrag in der Lage wären, ausgenutzt zu werden und infolgedessen als Trottel (Sucker) dazustehen. Ein häufiges Motiv für diese Reaktion ist der Wunsch, Beitragsgerechtigkeit herzustellen.

 

Die zugrunde liegende Wahrnehmung ist eine der Ungerechtigkeit und des Fehlens von Anerkennung, was zu einer mentalen Blockade führt. „Warum soll ich mehr tun, wenn andere sich nicht anstrengen?“ – dieser Gedanke tritt dann auf und führt zu einem Leistungsrückgang.

 

Dieser Effekt ist nicht nur in der Arbeitswelt ein Problem, sondern auch in anderen Bereichen wie im Sport, in Bildungseinrichtungen oder sogar im privaten Umfeld. Besonders in größeren Teams, wo individuelle Beiträge weniger sichtbar sind, tritt der Sucker-Effekt oft besonders stark auf.

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ENTSTEHUNG DES SUCKER-EFFEKTS

Der Sucker-Effekt entsteht durch eine Kombination mehrerer psychologischer Mechanismen:

 

1. Gefühl der Ungerechtigkeit

High Performer nehmen wahr, dass sie mehr leisten als ihre Kollegen, aber nicht die gleiche Anerkennung oder Belohnung erhalten. Diese Wahrnehmung von Ungleichheit führt dazu, dass sie ihre eigene Leistung reduzieren, um sich nicht weiter ausgenutzt zu fühlen.

  

2. Angst vor Ausbeutung

Besonders leistungsstarke Mitglieder eines Teams möchten vermeiden, „ausgenutzt“ zu werden. Sie fürchten, dass ihre Energie und Anstrengungen von den weniger engagierten Teammitgliedern einfach „abgeschöpft“ werden, ohne dass eine faire Verteilung der Arbeit und Anerkennung stattfindet.

 

3. Diffusion der Verantwortung

In Gruppen, besonders in größeren Teams, wird die Verantwortung oft vage verteilt. Wenn die individuellen Beiträge eines Einzelnen nicht klar zugeordnet werden können, entsteht die Wahrnehmung, dass „es ja eh niemand merkt“, wenn man selbst weniger tut.

 

4. Mangelndes Vertrauen und schlechte Kommunikation

Wenn es an klarer Kommunikation fehlt und die Rollen im Team nicht eindeutig verteilt sind, entsteht Unsicherheit. Teammitglieder wissen nicht, was von ihnen erwartet wird, und fühlen sich schnell ungerecht behandelt oder überfordert. Diese Unsicherheit verstärkt den Sucker-Effekt.

  

5. Gruppengröße und Anonymität

In größeren Teams oder Gruppen verschwimmen die individuellen Beiträge oft, was zu einer anonymen Dynamik führt. Das Gefühl, dass „es ohnehin niemand bemerkt“, wenn man weniger leistet, führt dazu, dass das Engagement sinkt.

 

Negative Teameffekte wie der Sucker-Effekt senken ganz real die Arbeitsmoral. Studien bestätigen eine alarmierende Situation: 78% der Mitarbeitenden machen nur noch Dienst nach Vorschrift (mehr dazu in diesem Artikel). 

BEISPIELE FÜR DEN SUCKER-EFFEKT

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Niemand möchte der Sucker (Trottel) sein. High Performer könnten aus Frust den Einsatz zurückfahren oder kündigen. | Bild: Erstellt von David Breuer Erfolgsupdates mit KI-gestützter Bildgenerierung von Neuroflash

1. Arbeitswelt

In vielen Unternehmen beobachten wir es immer wieder: Ein Team arbeitet an einem wichtigen Projekt, und einige Teammitglieder übernehmen die Hauptlast. Sie machen Überstunden, kümmern sich um wichtige Aufgaben und treffen Entscheidungen, während andere sich zurücklehnen oder nur sporadisch beitragen. Die engagierten Mitglieder merken irgendwann, dass ihre Bemühungen nicht geschätzt oder fair belohnt werden – sie ziehen sich zurück und ihre Leistung sinkt. Der Sucker-Effekt sorgt dafür, dass das Team insgesamt schlechter performt.

 

2. Sportteams

Auch im Spitzensport tritt der Sucker-Effekt auf. Ein Spieler in einem Team übernimmt die Verantwortung für fast das gesamte Spiel – sei es als Torschütze, Verteidiger oder Spielmacher. Doch wenn dieser Spieler merkt, dass seine Teamkollegen sich nicht gleich stark engagieren, sinkt seine Motivation. Er beginnt, seine Anstrengungen zu reduzieren, da er sich ausgenutzt fühlt, was die Teamdynamik und die Gesamtleistung negativ beeinflusst. Ein typisches Beispiel aus dem Teamsport: „Wenn die anderen zu spät zum Training kommen, kann ich ja auch zu spät kommen.“

 

3. Bildungseinrichtungen

Besonders in Gruppenarbeiten an Universitäten oder in Schulprojekten tritt der Sucker-Effekt auf. Engagierte Studenten oder Schüler übernehmen die Hauptlast der Arbeit, während andere sich nur mit minimalem Aufwand beteiligen. Nach einiger Zeit spüren die Leistungsträger das Ungleichgewicht und ihr Engagement sinkt. Sie fragen sich: „Warum soll ich mich weiter anstrengen, wenn andere nichts tun?“

WIE FÜHRUNGSKRÄFTE DEN SUCKER-EFFEKT VERHINDERN KÖNNEN

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle dabei, den Sucker-Effekt zu verhindern. Sie sind in der Verantwortung, klare Strukturen und Verantwortlichkeiten zu schaffen, das Vertrauen im Team zu fördern und die Leistung jedes Einzelnen zu würdigen.

 

1. Klare Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten

Eine klare und faire Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten sorgt dafür, dass alle Teammitglieder wissen, was von ihnen erwartet wird. Wenn jedes Mitglied weiß, welche Rolle es im Team spielt und wie es zum Erfolg des Projekts beiträgt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand ausgenutzt fühlt.

 

2. Transparente Kommunikation und regelmäßiges Feedback

Um das Vertrauen und die Motivation zu fördern, ist eine offene Kommunikation wichtig. Führungskräfte sollten regelmäßig Feedback zu den Leistungen der Teammitglieder geben und sicherstellen, dass alle das Gefühl haben, dass ihre Beiträge anerkannt werden.

 

3. Förderung von Teamzusammenhalt und Vertrauen

Das Vertrauen innerhalb eines Teams muss kontinuierlich gestärkt werden. Führungskräfte können Teambuilding-Maßnahmen organisieren, um die Beziehungen zu stärken und sicherzustellen, dass die Mitglieder sich gegenseitig unterstützen, statt sich abzuschotten oder auf Kosten anderer zu faulenzen.

 

4. Belohnung und Anerkennung

Ein effektives Belohnungssystem, das individuelle Beiträge anerkennt, kann dazu beitragen, den Sucker-Effekt zu minimieren. Es ist wichtig, dass Führungskräfte nicht nur die „High Performer“ belohnen, sondern auch die leistungsschwächeren Teammitglieder dazu ermutigen, sich zu verbessern und aktiv am Erfolg des Teams teilzuhaben.

FAZIT: DER WEG ZU ERFOLGREICHER TEAMARBEIT

Du willst in weder der Trottel sein, noch Trottel in deinem Unternehmen haben. Der Sucker-Effekt ist ein ernstzunehmendes Phänomen, das nicht nur die Leistung einzelner Teammitglieder, sondern die gesamte Teamdynamik gefährden kann. Er entsteht vor allem durch das Gefühl der Ungerechtigkeit und der Angst, ausgenutzt zu werden.

 

Führungskräfte, die klare Strukturen schaffen, Transparenz fördern und den Teamzusammenhalt stärken, können diesem Effekt erfolgreich entgegenwirken. Wenn jedes Teammitglied das Gefühl hat, dass sein Beitrag anerkannt und geschätzt wird, sind alle motiviert, ihr Bestes zu geben – und das Team insgesamt wird erfolgreicher.